Lexikon-Eintrag von Lutz (der_schlupp)
So das Becken steht jetzt, Wasser ist gesalzen, die lebenden Steine sind eingebracht, licht läuft, fiese Brühe kommt aus dem [lexicon]AS[/lexicon] und jetzt?
Der (Neu-)Aquarianer sitzt vor seinem Salzwasser und will die schönsten Fische, die blauesten Korallen und schönsten Anemonen SOFORT einsetzen…
Doch Achtung, hier kommen die Spielverderber zu Wort die zur Geduld mahnen.
Und um diese Zeit ein wenig zu verkürzen der Versuch eines kleinen Leitfadens durch die Einfahrphase mit Lebendgestein und die ersten Tiere im Nano-Riff.
Beginn der Einfahrphase:
Nun sind also Wasser und Steine eingebracht, das Licht läuft, die Strömung strömt, das [lexicon]AS[/lexicon] blubbert vor sich hin, und dann passiert was?
DAS kann keiner sagen…
Jede Einfahrphase ist extrem individuell und man kann nicht voraussagen ob alle zu erwartenden Phasen auftreten oder wie lange diese anhalten.
In aller Regel tritt aber zuerst eine Kieselagenphase auf, die sich dadurch auszeichnet, das braune, nicht zusammenhängende Beläge vornehmlich am Bodengrund auffallen, unter denen sich KEINE Luftblasen bilden und die sich ohne Probleme „wegwedeln“ lassen.
Diese Kieselalgen verbrauchen das in Wasser, Bodengrund, Gestein und evtl. sogar Salz vorhandene Silikat. Sobald die Silikatdepots erschöpft sind verschwinden auch diese braunen Beläge wieder.
http://www.meerwasser-lexikon.de/tiere/2321_Kieselalgen_..htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Kieselalgen
Nun werden kleine grüne Fadenalgen sprießen, aus allen Löchern des Gesteins, an den Silikonnähten, auf dem Sand.
Diese werden sehr gerne gesehen, da sie anzeigen das die Beckenbiologie in Gang kommt und [lexicon]Nährstoffe[/lexicon] wie [lexicon]Phosphat[/lexicon] und [lexicon]Nitrat[/lexicon] verbraucht werden.
Und uns bietet sich jetzt endlich die Gelegenheit dafür zu sorgen Leben in unser Riff zu bringen.
Voraussetzung sind hier aber ein paar Wasserparameter:
Die spez. Dichte bei 25°C sollte zwischen 1,0225 und 1,0240 liegen
Temperatur zwischen 22 und 28 °C
[lexicon]KH[/lexicon] nicht unter 5°[lexicon]dKH[/lexicon]
[lexicon]Ammoniak[/lexicon] darf NICHT nachweisbar sein
[lexicon]Nitrit[/lexicon] sollte unter 0,2 mg/l liegen.
AUFTRITT FÜR DIE CLEANING-CREW:
In diversen MeWa-Foren und in den Katalogen der Versandhändler und Onlineshops wird gerne von Cleaning-Crew gesprochen und im allgemeinen wird darunter eine Mischung aus Schnecken und Einsiedlerkrebsen verstanden, die eben jene Algen und Reste beseitigen sollen, die während der Einfahrphase so auftreten .
Einsiedlerkrebse:
Hier sind meines Erachtens nach Folgende sehr zu empfehlen:
http://www.meerwasser-lexikon.de/tiere/1167_Cli…us_tricolor.htm
Kleinbleibende Art, die auch an Cyanos geht
http://www.meerwasser-lexikon.de/tiere/898_Calcinus_elegans.htm
ebenfalls kleinbleibend
http://www.meerwasser-lexikon.de/tiere/887_Paguristes_cadenati.htm
http://www.meerwasser-lexikon.de/tiere/896_Calcinus_laevimanus.htm
wird recht gross, deswegen für Becken unterhalb 200 Litern weniger empfehlenswert
Nicht empfehlenswert:
http://www.meerwasser-lexikon.de/tiere/891_Cili…st,%201804).htm
Übergriffe auf Schnecken und andere niedere Tiere kommen vor, Räuberisch !! wenn auch hübsch, nur bei ausreichend grossen Becken mit Fischfütterung zu empfehlen.
Schnecken:
Häufig kommen mit dem Lebendgestein schon Schnecken ins Becken, die aber teilweise die Einfahrphase nicht überleben oder dann in ihrer Populationsdichte nicht ausreichen um den aufkommenden Algen Herr zu werden.
In der Folge eine Aufzählung von im Handel häufig zu erhaltenden Schnecken:
http://www.meerwasser-lexikon.de/tiere/2492_Astralium_calcar.htm
http://www.meerwasser-lexikon.de/tiere/2460_Col…_mercatoria.htm
http://www.meerwasser-lexikon.de/tiere/749_Cypraea_annulus.htm
http://www.meerwasser-lexikon.de/tiere/3062_Euplica_sp..htm
http://www.meerwasser-lexikon.de/tiere/3053_Nerita_polita.htm
http://www.meerwasser-lexikon.de/tiere/2388_Strombus_luhuanus.htm
http://www.meerwasser-lexikon.de/tiere/1011_Tectus_conus.htm
http://www.meerwasser-lexikon.de/tiere/3915_Trochus_radiatus.htm
um den Bodengrund von organischen Resten säubern sollten einige im Boden lebende Schnecken eingebracht werden.
http://www.meerwasser-lexikon.de/tiere/2388_Strombus_luhuanus.htm
http://www.meerwasser-lexikon.de/tiere/1151_Babylonia_sp..htm
http://www.meerwasser-lexikon.de/tiere/3883_Nassarius_coronatus.htm
eine Sonderstellung nehmen Seeohren und Seehasen ein.
Diese sollten nur in ausreichend grosse Becken mit mehr als 300 Litern (Seeohren) oder gar 1000 Litern(Seehasen) eingebracht werden, da sie sonst aufgrund des sich verknappenden Futterangebots früher oder später verhungern.
http://www.meerwasser-lexikon.de/tiere/2200_Hal…tuberculata.htm
http://www.meerwasser-lexikon.de/tiere/738_Dola…auricularia.htm
Von allen Nacktschnecken, so schön bunt und bizarr sie auch sein mögen ist global erstmal abzuraten. Hier handelt es sich meistens um Nahrungsspezialisten, die früher oder später dem Hungertod anheim fallen.
Krabben:
Eine für mich besonders faszinierende Tiergruppe, unter denen es auch sehr gute Algenfresser und Resteverwerter gibt, die zudem auch mit schlechten Bedingungen zurechtkommen.
http://www.meerwasser-lexikon.de/tiere/2463_Percnon_planissimum.htm
Häufig werden in Online-Shops auch Putzergarnelen als Erstbesatz empfohlen.
Hiervon rate ich ganz klar ab, da diese Tiere erstens zu empfindlich sind und zum zweiten keine Algen verzehren.
Besatzdichte:
Als Faustregel nimmt man einen Einsiedlerkrebs und eine Schnecke auf 10 Liter Wasser.
Bei grossen Arten sollte man die Anzahl entsprechend reduzieren.