• Hallo Zusammen!

    Spätestens wenn ein Aquarium zu wuchert, wird jedem Pfleger klar werden, dass die Korallen um jeden Zentimeter einen unerbittlichen Kampf ausfechten.
    Während die einen lange Kampftentakeln bilden, deren Enden mit besonders vielen Nesselzellen ausgestattet sind,

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    nutzen andere ihre langen Polypen, um sich durch gezieltes Vernesseln Platz zu schaffen.

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    Weitere Gattungen stülpen netzförmige Gebilde (Mesenterialfilamente) aus ihrem Inneren, womit sie die zu bekämpfenden Korallen nicht nur zerstören, sondern das geschädigte Gewebe gleich mit verdauen.

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    (ältere Vernesselung durch Hydnophora)

    Krustenanemonen gehen noch einen Schritt weiter, indem sie über Bakterien das Gift Palytoxin produzieren, welches die Zellen benachbarter Tiere auflösen kann.

    Der Hauptauslöser für Nesselattacken ist die Berührung diverser Korallen untereinander. Aber nicht jedes Tier wartet darauf…
    Manche Gattungen geben regelmäßig Sekrete (Sekundärmetabolite) ins Wasser ab, was einige Korallen in Wachstum und Entwicklung hemmt, andere aber wiederum dazu anregt, vermehrt Kampftentakeln zu bilden, selbst wenn sich kein „Gegner“ in unmittelbarer Reichweite befindet.
    Möglicherweise ist dies der Grund, warum gerade in Mischbecken die Pflege diverser Korallen nicht oder nur begrenzt realisierbar ist. Hier kann aber eine ausreichend Abschäumerleistung, die regelmäßig Filterung über Aktivkohle, sowie ein dauerhaftes Einleiten von geringen Mengen [lexicon]Ozon[/lexicon] entgegenwirken.

    Wie sind Eure Erfahrungen zu dem Thema?

    LG
    Dirk
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    "All what we see or seem to see is just a dream within a dream" E.A.Poe
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  • Hallo Dirk,

    Dank Dir für dieses interessante, aber auch wichtige Thema :thumbup:
    Ich denke mal, dass viele von uns, die schon länger ein MW-Becken betreiben, auch schon unangenehme Erfahrungen mit Nesselgiften gemacht haben.
    Da auch besonders Anfänger in unserem Hobby fasziniert sind von einem schönen farbenfrohen Mischbecken, finde ich es besonders wichtig, auch diesen Aspekt vor dem Kauf zu berücksichtigen und das Becken nicht direkt mit allem möglichen kunterbunt vollzustopfen.
    Wie auch im Garten die Blumen und Pflanzen, breiten sich bei guter Pflege die Tiere mehr oder weniger schnell aus und kommen sich dadurch auch ins Gehege.

  • Mir fällt bei dem Thema immer wieder auf, wie unterschätzt die Langzeitwirkung von Nesselgiften im Becken eigentlich ist… Besonders spannend finde ich, dass nicht nur offensichtliche Verletzungen an Nachbarkorallen ein Problem sind, sondern dass einige Korallenarten richtiggehend „chemische Kriegsführung“ betreiben und damit schlimme Schäden im gesamten Becken verursachen können, ohne dass es direkt sichtbar ist. Gerade Weichkorallen, wie Sarcophyton oder Sinularia, können manchmal echt tückisch sein, weil deren ausgesonderte Stoffe oft ganz still andere Arten ausbremsen oder beschädigen.

    Ich frage mich immer mal wieder, ob vielleicht auch Krankheiten und plötzliche Rückzüge mancher LPS oder SPS nicht auch mit diesen unsichtbaren „Giften“ zusammenhängen… Habt ihr da ähnliche Beobachtungen gemacht oder Experimente mit regelmäßigem Kohleeinsatz? 🧽

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