Fungia - was für eine Koralle ist das eigentlich?
(Die hier gelieferten Informationen können ebenso auf die sehr ähnliche Gattung "Cycloseris" übertragen werden!)
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Die Fungia ....
gehört zu den Großpolypigen Steinkorallen (Large Polyp Scleractinia = [lexicon]LPS[/lexicon]).
Mir ist nicht ganz klar, warum Fungia so selten in den Becken der Hobbyaquarianer zu finden sind, denn Sie sind nicht nur wunderschön, sondern auch noch recht anspruchslos, es gibt lediglich - wie bei jeder Koralle - ein paar Regeln die man beachten sollte!
Was Fungias wollen...
Die Fungia lebt gerne auf dem Boden, aufgrund des zarten Fleisches und des sehr scharfen Kalkskelett's, sollte ein Sturz der Fungia unbedingt vermieden werden, somit ist ein Platz mitten im Riff eher ungeeignet.
Diese Korallenart stellt keine großen Ansprüche an die Beleuchtung, sie kommt auch mit weniger Licht zurecht - in solchen Fällen kann man gerne Ihre Zweite Leidenschaft nutzen, das Fressen!
Fungias können unheimlich toll gefüttert werden, feines Frostfutter eignet sich da genauso gut wie Staubfutter - die Tiere pumpen sich dann regelrecht auf, reißen den Mund empor und öffnen Ihn so weit es geht, sie akzeptiert direkte wie auch indirekte Fütterung.
Durch zusätzliche Fütterung stehen die Tiere meist noch besser und wachsen auch sehr gut!
Fungia kommen gut mit Tieren Ihrer Art, sowie mit Tieren der Art "Cycloseris" klar, es gibt keine Nesselschäden - manchmal scheinen Sie die Nähe der anderen sogar zu suchen.
Die Strömung sollte niemals direkt auf das Tier knallen, da sind allgemein die meisten [lexicon]LPS[/lexicon] sehr empfindlich, da sich oft das scharfe Kalkskelett sonst durch das Fleisch der Koralle bohrt und so starke Verletzungen entstehen können.
Die Tiere vertragen auch keine zu starke Strömung - wegen der genannten Problematik - mittelstarke weiche Strömung mögen Sie gerne!
Es ist besonders darauf zu achten das die Tiere nicht mit Bodengrund bedeckt werden (Achtung an Knallkrebs- und Baggergrundel-Besitzer die die Fungia eventuell zubuddeln!!)
Ein paar Sandkörnchen stören Sie meist nicht, mit denen wird Sie alleine fertig, aber ein starkes bedecken durch Bodengrundpartikel oder andere störende Objekte quittiert die Fungia mit Absterben der Bereiche!
Um solche Probleme zu vermeiden eignet sich gut ein flacher Stein als Podest für die Koralle, das Tier sollte möglichst ebenerdig auf dem Stein aufliegen - Fungia machen sich nicht am Gestein fest und können so bei Bedarf umgesetzt werden!
Auch besonders empfindlich reagieren Fungia beim direkten Kontakt mit Salzkristallen, das Tier zeigt dann unmittelbar Auflösungserscheinungen an den betroffenen Stellen und regeneriert sich unter Umständen nur schlecht bis garnicht mehr, je nach Ausmaß der Verletzungen!!
(Achtung beim [lexicon]Wasserwechsel[/lexicon], das Salz sollte sich vor dem zugeben zum Becken komplett auflösen!)
Da Fungia zu den Steinkorallen gehören, ist natürlich auch darauf zu achten das [lexicon]Calcium[/lexicon] und [lexicon]KH[/lexicon] immer im ausreichenender Menge vorhanden sind.
Wenn man diese Regeln beachtet erhält man eine wunderschöne, sehr dankbare und interessante Koralle - die es in den tollsten Farben (bis hin zu neon!) im Handel gibt.
Fungia gibt es in verschiedenen Formen und Farben, einige Arten zeigen besonders viele und große Tentakeln, andere Arten zeigen nur sehr wenig bis garkeine Tentakeln.
Mit Ihren Tentakeln fischen Sie im freien Wasser nach fressbarem und führen die Futterpartikel zum Mund, sie liebt es gefüttert zu werden und dankt es mit tollem Wuchs und knalligen Farben!
Die Farben variieren von grün über lila/blau bis hin zu orange und Pink.... es gibt Sie auch in Neon-Grün sowie Neon-Orange und (seltener) sogar in Neongelb!
Eine ganz besondere Art mit sehr eindrucksvollem Aussehen ist die Heliofungia, diese ist fast nicht mehr als Fungia zu erkennen, da Ihre Tentakeln größer als der eigentliche Korallenkörper sind, die Tentakeln sind sehr fleischig und lang - da sollte man unbedingt aufpassen das in der Nähe keine nesselnden Nachbarn stehen!!
Berührungen durch die menschliche Hand machen Ihr meist wenig aus, man sollte nur nicht zu grob zu Ihr sein da Ihr Kalkskelett oberhalb sehr fein ist, könnte es schnell brechen.
Die Unterseite der Fungia besteht aus einem komplett geschlossenen Kalkskelett, das einer Platte ähnelt.
Die Vermehrung ist leider nicht so ohne weitere möglich, ein zerteilen des Muttertiers wird oft mit dem Ableben derselbigen quittiert.
Ich rate deshalb dringend von manuellen Vermehrungsversuchen ab!!
Laut Internetrecherchen soll es möglich sein die Fungia per Abtropfen zum vermehren zu bringen, d.h. man legt das Tier auf eine erhöhte Stelle an der bewusst die Außenseiten der Fungia "überlappen", so soll es bei einigen Aquarianen funktioniert haben, das sich aus abtropfendem Gewebe kleine Fungia Ableger gebildet haben.
Fungia sind auch in der Lage sich durch die Abgabe von Eiern und "Spermien" ins freie Wasser zu vermehren, so kommt es auch vor das man hin und wieder an einem Ablegerstein einer anderen Koralle oder an importiertem Lebendgestein Fungia Ableger (auch Anthocauli genannt) finden kann.
Eine besondere Eigenart:
Fungia gehören zu den interessantesten [lexicon]LPS[/lexicon] überhaupt - denn Sie haben eine für [lexicon]LPS[/lexicon] besondere Eigenart, Sie können wandern!
Das macht Sie zu sehr einfachen Pfleglingen, denn gefällt Ihr der Standort nicht, wandert Sie einfach weiter bis Sie den passenden Platz findet.
Und wenn zwei Fungia sich um den selben Platz streiten, kann das auch mal so enden...
(aufgrund der hohen Verträglichkeit mit der eigenen Gattung bzw. der Gattung Cycloseris kommt es bei solchen Vorfällen nicht zu Verletzungen!)